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12.02.26

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Virtuelle Spur, reale Erfolge: Simracing

Simracing: Vom digitalen Hobby zur anerkannten Motorsport-Disziplin

Simracing hat sich in den vergangenen Jahren von einer enthusiastischen Nische zu einem festen Bestandteil des modernen Motorsports entwickelt. Was früher vor allem ambitionierten Hobbyfahrern vorbehalten war, ist heute Trainingswerkzeug, Talentschmiede und eigenständige Wettbewerbsplattform zugleich. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist klar: Simracing ist gekommen, um zu bleiben. 

Die pandemiebedingten Einschränkungen wirkten wie ein Brandbeschleuniger für das Simracing. Geschlossene Rennstrecken, abgesagte Meisterschaften und eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten zwangen Fahrer, Teams und Veranstalter zum Umdenken. Virtuelle Rennen ersetzten reale Events, professionelle Livestreams erreichten ein Massenpublikum, und Simracing rückte schlagartig in den Fokus der breiten Motorsport-Öffentlichkeit. 

Was als Notlösung begann, entwickelte schnell eine Eigendynamik. Die technologische Reife moderner Simulationen, gepaart mit hoher medialer Sichtbarkeit, sorgte für nachhaltiges Wachstum – auch weit über die Pandemie hinaus.

Simracing als Trainingswerkzeug für Profis 

Heute nutzen zahlreiche Reallifefahrer Simulatoren gezielt zur Vorbereitung. Streckenkenntnis, Fahrzeugabstimmung, Rennstrategie oder schlicht das „Reinkommen“ in neue Serien lassen sich im Simulator effizient erarbeiten. Besonders im Langstrecken- und GT-Sport ist Simracing längst Teil des professionellen Trainingsalltags. Der Vorteil liegt auf der Hand: hohe Wiederholbarkeit, keine Materialkosten und die Möglichkeit, auch komplexe Szenarien realitätsnah zu simulieren. 

Plattformen wie iRacing, LeMans Ultimate oder Assetto Corsa (Competizione) haben sich dabei als ernstzunehmende Werkzeuge etabliert. Dass der Weg nicht nur vom Realen in den virtuellen Motorsport führt, sondern auch umgekehrt, zeigen zahlreiche Beispiele. Fahrer, die im Simracing gelernt, sich entwickelt und schließlich den Sprung in reale Cockpits geschafft haben, sind keine Ausnahme mehr. Der prominenteste Simracer ist zweifellos Max Verstappen. Der mehrfache Formel-1-Weltmeister ist bekennender Simracing-Enthusiast und bekannt dafür, tausende Runden – unter anderem auf der Nordschleife – in iRacing absolviert zu haben. 

2025 folgte sein erstes reales GT3-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife in der NLS – und direkt der erste Sieg. Ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie eng Simulation und Realität inzwischen verzahnt sind. Das Rennen gewann er zusammen mit seinem Teamkollegen Chris Lulham, welchen er durch sein virtuelles Team Redline kennt. Lulham ist der bisher erste „Simracer“ der durch die Initiative von Verstappen in den echten Motorsport eingeführt wird – mit Erfolg. 

Weitere Fahrer sollen in Zukunft durch Verstappen (Team Redline) die Möglichkeit bekommen den Sprung in den realen Motorsport zu schaffen. Parallel zur sportlichen Entwicklung wächst auch die physische Präsenz des Simracings. Messen und Events expandieren seit Jahren stetig. Ein aktuelles Beispiel ist die Simracing Expo, die 2026 eine weitere Expansion mit dem Umzug nach Frankfurt durchführt. 

Ursprünglich gestartet im Ringboulevard des Nürburgrings mit nur wenigen Ausstellern, bis hin zu einer ausverkauften Halle in Dortmund 2025. 25.000 Besucher und 74 Aussteller Teams gaben die Bestätigung für den nächsten Schritt. Softwareentwickler und Fahrer treffen dort auf ein internationales Fachpublikum – ein klares Zeichen für die wirtschaftliche und kulturelle Relevanz der Szene. Viele der namhaften Rennteams verfügen inzwischen über eigene Esport-Abteilungen. 

Diese sind längst nicht mehr reine Marketinginstrumente, sondern integraler Bestandteil der Teamstruktur. Datenanalyse, Fahrerentwicklung und Markenpräsenz greifen hier ineinander. Gleichzeitig haben viele reale Rennserien ein digitales Pendant etabliert. Die Digitale Nürburgring Langstrecken-Serie (DNLS) zur NLS ist eines der bekanntesten Beispiele. Virtuelle Meisterschaften orientieren sich dabei eng an realen Reglements, Fahrzeugen und Strecken – inklusive Livestreams, Kommentatoren und professioneller Organisation. 

Ein entscheidender Schritt in Richtung Gleichstellung war die Anerkennung des Simracings durch den DMSB als offizielle Motorsport-Disziplin. Damit ist Simracing nicht mehr nur „Esport mit Lenkrad“, sondern institutionell im Motorsport verankert. Lizenzen, Meisterschaften und klare Strukturen sorgen für weitere Professionalisierung und langfristige Perspektiven. Simracing ist heute weit mehr als eine realitätsnahe Simulation. Es ist Trainingsplattform, Karrierepfad, Wirtschaftsfaktor und anerkannte Motorsport-Disziplin zugleich. 

Die Grenzen zwischen virtuell und real verschwimmen zunehmend – technisch, sportlich und strukturell. Wer Simracing weiterhin nur als Spiel betrachtet, verkennt das Potenzial und die Entwicklung einer Szene, die den Motorsport nachhaltig verändert. 

Bei uns finden Sie die optimale Ausrüstung für Simracer – Handschuhe, Schuhe, Sitze. Produkte aus dem realen Motorsport, die ebenso perfekt für den virtuellen Motorsport geeignet sind. Für individuelle Beratungen zum Thema Simracing stehen wir Ihnen gerne telefonisch, per Mail oder persönlich zur Verfügung.